Mutterschutz: Ergonomische und psychologische AspekteProtection de la maternité et produits chimiques

„Schutz der Mutterschaft und chemische Produkte“ – Sylvie Praplan

Der Gesetzgeber hat für schwangere und stillende Frauen im Arbeitnehmerschutz einen speziellen Schutz vorgesehen. Die physiologischen Veränderungen bedeuten, dass schwangere Frauen empfindlicher auf Belastungen und Umstände reagieren, die mit den Arbeitsbedingungen einhergehen. Andererseits können gewisse Substanzen unter anderem chemische Substanzen, schlimme Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus oder auf die Gesundheit des zu stillenden Kindes haben. Diese spezieller Schutz ist gerechtfertigt und zielt auf zwei Ziele: der Gesundheitsschutz der Mutter und des Kindes.

Wenn es Risiken für die Mutterschaft gibt, muss der Arbeitgeber eine Risikoanalyse vornehmen und den Arbeitsplatz entsprechend anpassen. Die Risikoanalyse muss durch einen Spezialisten (Arbeitshygieniker oder Arbeitsmediziner), vor der Einstellung von Frauen erfolgen. Sie muss bei jeder Aenderung der Tätigkeiten oder der Aenderung des Arbeitsprozesses, erfolgen. Das Resultat dieser Analyse muss den Mitarbeiterinnen im gebärfähigen Alter, mitgeteilt werden. Diese Anforderungen entfalten ihren vollen Sinn im Falle von chemischen Risiken und sind besonders kritisch am Anfang einer Schwangerschaft (Organogenese), das heisst zum Zeitpunkt, wenn die Frau die Schwangerschaft ihrem Arbeitgeber noch nicht mitgeteilt hat, oder sich deren noch nicht bewusst ist. Wir möchten in Erinnerung rufen, dass der behandelnde Arzt, der den Entscheid der Arbeitsunfähigkeit fällen muss, sich auf den Gesundheitszustand und die angepassten Arbeitsbedingungen berufen kann oder nicht.

Die unterschiedlichen Vorgehensweisen sowie die Ziele, um die Anforderungen im Rahmen der Risikoabwägung sicherzustellen werden vorgestellt, Vor- und Nachteile dargelegt und diskutiert.